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10 Fragen zur E-Card Service Gebühr

News vom 26.11.2016

1. Für wen und in welcher Höhe ist die  E-Card- Service-Gebühr zu entrichten?

Für alle Personen, die zum Stichtag 15. November in einem krankenversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen, ist vom Dienstgeber das Service-Entgelt für die e-card einzuheben. Daher sind folgende Personen betroffen:

- echte und freie Dienstnehmer,
- Lehrlinge, Personen in einem Ausbildungsverhältnis,
- Dienstnehmer, die aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit mindestens die Hälfte ihres Entgelts fortgezahlt bekommen,
- Bezieher einer Urlaubsersatzleistung sowie Bezieher einer Kündigungsentschädigung.

Die Einhebung erfolgt auch dann, wenn dieser Dienstnehmer bei einem anderen Dienstgeber, als Selbstständiger (GSVG), als Landwirt (BSVG) oder als Beamter (BVA) bereits versichert ist.

Für 2017 ist am 15. 11. 2016 ein Service-Entgelt in Höhe von € 11,10 fällig.

 

2. Für wen ist keine E-Card- Service-Gebühr zu entrichten?

Kein Service-Entgelt ist ua abzuführen für geringfügige Beschäftigte, Arbeitnehmer, die am 15.11.2016 keine Bezüge erhalten (zB Präsenz- und Zivildiener oder bei Karenz oder Wochenhilfebezug), Arbeitnehmer, die im 1. Quartal 2017 in Pension gehen, Arbeitnehmer, die aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit am 15.11.2016 weniger als 50 % des Entgelts fortgezahlt erhalten, sowie für anspruchsberechtigte Angehörige.

 

3. Wie ist die -Card- Service-Gebühr abzurechnen?

Betriebe, die die Beiträge im Lohnsummenverfahren abrechnen (Selbstabrechner), haben das Service-Entgelt in der Verrechnungsgruppe N 89 mit der Beitragsnachweisung für November an die zuständige GKK zu melden und mit den übrigen SV-Beiträgen für November bis spätestens 15. Dezember 2016 einzuzahlen.

Vorschreibebetriebe haben dem zuständigen Krankenversicherungsträger die Summe der einzuhebenden Service-Entgelte bis spätestens 7. Dezember 2016 bekannt zu geben.

Da es sich beim E-Card-Service-Entgelt um einen SV-Pflichtbeitrag handelt, muss es am Lohnkonto aufscheinen.

Auch im Jahreslohnzettel (L16) muss das E-Card-Service-Entgelt ausgewiesen werden

 

4. Wer ist für die E-Card-Service-Entgelt-Einhebung jener Personen zuständig, für die der Dienstgeber keine Einhebung vornimmt?

Für alle anderen Personen (zB Selbstversicherte, Bezieher von Krankengeld oder Wochengeld) hat die Gebietskrankenkasse zum Stichtag das Service-Entgelt einzuheben.

Für Personen, die über das Arbeitsmarktservice krankenversichert sind, hat das Arbeitsmarktservice zum Stichtag das Service-Entgelt einzuheben.

Ausgenommen sind Pensionsbezieher, geringfügig Beschäftigte, Zivil- oder Präsenzdiener, anspruchsberechtigte Angehörige und Personen, die einen gesetzlichen Befreiungsgrund für die Einhebung des Service-Entgelts haben (zB Rezeptgebührenbefreiung).

 

5. Was passiert, wenn das E-Card-Service-Entgelt zu Unrecht entrichtet wurde?

Für den Dienstgeber ist es nicht von Bedeutung, ob der jeweilige Dienstnehmer mehrfach versichert ist oder ob eine Rezeptgebührenbefreiung vorliegt. Er hebt das Service-Entgelt dennoch ein.

Die betroffenen Personen können das allenfalls zu viel bezahlte Service-Entgelt über Antrag bei der Gebietskrankenkasse rückfordern. Hiebei muss die betroffene Per-son eine vom Dienstgeber ausgestellte Bestätigung beilegen, dass dieser das Service-Entgelt einbehalten und abgeführt hat.

Der Dienstgeber darf eine „Überzahlung“ nur ausnahmsweise korrigieren (zB wenn er irrtümlich für einen anspruchsberechtigten Angehörigen die Gebühr einbehalten hat).

 

6. Wie wirkt sich das E-Card-Service-Entgelt steuerrechtlich aus?

a) bei echten Dienstnehmern

Wird das E-Card-Service-Entgelt vom Dienstgeber durch Abzug einbehalten, so reduziert es als Pflichtbeitrag die laufende Lohnsteuerbemessungsgrundlage.

b) bei freien Dienstnehmern

Ein vom Auftraggeber eingehobenes Service-Entgelt kann der freie Dienstnehmer als Betriebsausgabe absetzen.

 

7. Muss für fallweise Beschäftigte ein E-Card-Service-Entgelt vom Dienstgeber einbehalten werden?

Nur dann, wenn für diese Person am 15.11. ein vollversicherter Beschäftigungstag vorliegt.

 

8. Muss für geringfügig Beschäftigte, die aufgrund mehrerer geringfügiger Beschäftigungen im Ergebnis vollversichert sind, vom Dienstgeber ein E-Card-Service-Entgelt einbehalten werden?

Der Dienstgeber ist für diese Fälle nicht zuständig. Die Gebietskrankenkassen heben nur dann ein E-Card-Service-Entgelt ein, wenn der Versicherte die Vollversicherung im Voraus feststellen lässt.

Wird die Vollversicherung erst im Nachhinein festgestellt, so unterbleibt (derzeit) die Einhebung des E-Card-Service-Entgelts durch die Gebietskrankenkasse.

 

9. Wie oft muss ein Service-Entgelt eingehoben werden, wenn ein Dienstnehmer bei 2 verschiedenen Dienstgebern jeweils vollbeschäftigt ist?

- Insgesamt 2 x – von jedem Dienstgeber 1 x!
-
Allerdings kann (und sollte) der Dienstnehmer in diesem Fall von der Rückerstattungsmöglichkeit Gebrauch machen.

In Ausnahmefällen kann auf die mehrfache Einhebung verzichtet werden, wenn gewährleistet ist, dass die Gebühr zumindest einmal einbehalten wird (zB wenn eine Personalabrechnerin einen Dienstnehmer 2 x abrechnet, und zwar 1 x als Teilzeitbeschäftigten in Firma A und 1 x als Teilzeitbeschäftigten bei Firma B).

10. Haben Sie noch Fragen zur E-Card Service-Gebühr?

Dann kontaktieren Sie uns! Wir stehen Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.