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Rechenaufgabe Grunderwerbsteuer

News vom 30.3.2016

Nach dem Steuerreformgesetz 2015/2016 ist bei unentgeltlichen und teilentgeltlichen Übertragungen sowie bei Umgründungen, Anteilsübertragungen und Anteilsvereinigungen für die Bemessung der Grunderwerbsteuer ab 1.1.2016 der Grundstückswert maßgeblich.

 

Nach dem Grunderwerbsteuergesetz haben Betroffene die Wahl, aus drei Möglichkeiten die für sie günstigste Variante der Grundstückswertermittlung zu wählen, die in der Grundstückswertverordnung 2016 im Detail geregelt sind.

 

  1. Beim (untadeligen) Pauschalwertmodell ist der Bodenwert aus dem dreifachen Bodenwert der letzten Einheitswertfeststellung multipliziert mit einem regionalen Wertentwicklungsfaktor zu ermitteln. Die Abfrage des Bodenwertes hat in elektronischer Form über Finanz-Online zu erfolgen. Der Wertentwicklungsfaktor ist in der Anlage zur Verordnung je Gemeinde/Bezirk/Stadtteil festgelegt. Es wird grundsätzlich zwischen Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern und mit weniger als 100.000 Einwohnern unterschieden.

    Der Gebäudewert errechnet sich anhand bundesländerabhängiger Baukostenfaktoren gegebenenfalls verringert um eine Altersminderung. Die Verordnung sieht unterschiedliche Baukostenfaktoren (zwischen € 1.350 und € 1.780 pro m2) pro Bundesland vor. Für die Steiermark wurde ein gerundeter Baukostenfaktor von € 1.390 festgelegt. Die unterschiedliche Nutzung und die daraus abgeleitete Nutzungsdauer des Gebäudes, werden durch einen unterschiedlich hohen Ansatz des jeweiligen Baukostenfaktors (zB 60 % bei Fabrikgebäuden und 40 % bei frei stehenden Garagen oder Geräteschuppen) berücksichtigt. Für Wohnhäuser ist der Baukostenfaktor mit 100 % anzusetzen.

    Die Wertminderung aufgrund des Alters kann 65 % oder 30 % betragen. Sofern das Gebäude innerhalb der letzten zwanzig Jahre vor dem Erwerb fertiggestellt oder saniert wurde, kann keine Minderung aufgrund des Alters geltend gemacht werden.

    Die Formel für die Ermittlung des Grundstückswertes eines bebauten Grundstückes gestaltet sich daher folgendermaßen:

    (Anteilige Grundfläche x dreifacher Bodenwert pro m2 x Hochrechnungsfaktor) + (Nutzfläche bzw gekürzte, anteilige Bruttogrundfläche x Baukostenfaktor x Nutzungsminderung x Altersminderung) 

     

     

  2. Soll der Grundstückswert anhand eines geeigneten(!) Immobilienpreisspiegels ermittelt werden, sind 71,25 % des ermittelten Werts anzusetzen. 2016 ist - eine entsprechende Objektkategorie vorausgesetzt - auf den letztveröffentlichten Preisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich, ab dem Jahr 2017 verpflichtend auf die Immobiliendurchschnittspreise der Statistik Österreich zuzugreifen.

     

  3. Gutachten eines Immobiliensachverständigen.

 

Dem Vernehmen nach wird sich die Immobilienpreisspiegelvariante 2016 erst auf dem Prüfstand der Finanz bewähren müssen, während bei korrekter Anwendung für das Pauschalwertmodell die Vermutung der Richtigkeit gilt.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.