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L&F: Es wird hochprozentig

News vom 31.3.2016

Nicht buchführungspflichtige Land- und Forstwirte, deren Umsätze die Grenze von € 400.000 nicht überschreiten, können die sogenannte Durchschnittssatzbesteuerung in Anspruch nehmen. Diese dient der Vereinfachung und unterstellt, dass sich Umsatz- und Vorsteuer in gleicher Höhe gegenüber stehen. Der Landwirt muss demnach keine Umsatzsteuer abführen, kann sich im Gegenzug jedoch auch keine Vorsteuer abziehen. Grundsätzlich beträgt die Umsatzsteuer 10 %. Werden jedoch Geschäfte mit anderen Unternehmern (für deren Unternehmen) abgeschlossen beträgt der Steuersatz ab 1.1.2016 13 % (bisher 12 %). Auch ein Steuersatz von 20 % ist im Rahmen der Durchschnittssteuersatzbesteuerung denkbar, nämlich im Zusammenhang mit der Lieferung von Getränken. 

Neue Umsatzsteuersätze

Ab 1.1.2016 werden bestimmte Umsätze, die bisher der 10%igen Umsatzsteuer unterlegen haben, der neuen 13%igen Umsatzsteuer unterworfen. Davon betroffen sind zB Lieferungen von Schnittblumen, Saatgut, Brennholz, Hackschnitzel, lebenden Tieren oder auch der Ab-Hof-Verkauf von selbst erzeugtem Wein. Diese Produkte sind auch an Nichtunternehmer („Private“) mit 13 % zu fakturieren, da es sich hierbei um einen generell gültigen Umsatzsteuersatz handelt, der unabhängig von der Durchschnittssatzbesteuerung zur Anwendung kommt. Aus der Anhebung des Steuersatzes ergibt sich für den umsatzsteuerlich pauschalierten Land- und Forstwirt keine Änderung betreffend die Umsatzsteuerzahllast. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Preise ab 1.1.2016 entsprechend um 1 % angepasst werden. 

Produkte wie Wasser, Milch und Lebensmittel unterliegen unverändert dem ermäßigten Steuersatz von 10 %. Daraus folgt, dass die anderen Getränkelieferungen mit dem normalen Steuersatz von 20 % belastet werden. Für selbst erzeugten Wein gilt der ermäßigte Steuersatz von 13 %. Diese Ermäßigung gilt jedoch nicht für die Lieferungen von Getränken, die aus erworbenen Stoffen (zB Trauben, Maische, Most, Sturm) erzeugt wurden oder innerhalb der Betriebsräume, einschließlich der Gastgärten ausgeschenkt werden (Buschenschank). In diesen Fällen kommt der Normalsteuersatz von 20 % zur Anwendung und es ist eine entsprechende Zusatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

Für die Zusatzsteuer ergibt sich aus dem geänderten Steuersatz von 13 % die Konsequenz, dass, soweit die Umsätze an einen anderen Unternehmer erbracht werden, ab 2016 eine Zusatzsteuer von 7 % (zuvor 8 %) abzuführen ist. 

Für Beherbergungen, wie Urlaub am Bauernhof, gilt der neue Steuersatz von 13 % erst ab 1.5.2016. Wurden bereits vor 1.9.2015 Buchungen und An- oder Vorauszahlungen getätigt bleibt es bis 31.12.2017 weiterhin bei dem Steuersatz von 10 %. Wichtig ist zu beachten, dass die Verköstigung weiterhin mit 10 % zu besteuern ist. Der Umsatz ist zwischen Beherbergung und Verköstigung aufzuteilen. 

Die Folge

Die Änderung des Steuersatzes auf 13 % muss bei der Rechnungslegung berücksichtigt werden. Achtung: Seit 1.1.2016 gilt auch für pauschalierte Land- und Forstwirte bei Bargeschäften eine Belegerteilungspflicht!

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.