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Förderungen des AMS für Arbeitgeber

News vom 21.4.2016

Das Arbeitsmarktservice bietet eine Reihe von Förderungen (Beilhilfen) für Arbeitgeber an. Die wichtigsten werden hier im Überblick vorgestellt:

 

Beschäftigungsinitiative 2016 und Eingliederungsbeihilfe

Mit der Beschäftigungsinitiative 2016 kann die Begründung eines Arbeitsverhältnisses mit Personen über 50 Jahre gefördert werden, wenn
- dies mindestens 182 Tage arbeitslos vorgemerkt sind,
- deren Beschäftigungschance wegen gesundheitlicher Einschränkungen erschwert oder
- deren Beschäftigungschance wegen langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt erschwert sind. 

Unabhängig vom Alter ist eine Förderung möglich, wenn die betreffende Person beim AMS vorgemerkt ist und die Dauer ihrer Arbeitslosigkeit 365 Tage überschreitet. 

Die Eingliederungsbeihilfe ("Come Back") ist an die Begründung von Arbeitsverhältnissen mit Personen, die folgende Voraussetzungen erfüllen, gebunden:
- Vorgemerkte Arbeitslose, die mindestens 45 Jahre alt sind, oder
- Arbeitsuchende, die mindestens sechs Monate (bei Personen unter 25 Jahren) bzw zwölf Monate (bei Personen ab 25 Jahren) arbeitslos vorgemerkt sind. 

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Eingliederungsbeihilfe auch für Personen, die akut von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind (zB Wiedereinsteiger oder Ausbildungsabsolventen, denen betriebliche Praxis fehlt), zuerkannt werden. Die Förderung regional unterschiedlicher Altersgrenzen ist ebenfalls möglich. Die Förderung ist an ein Beratungsgespräch zwischen AMS und Arbeitgeber über die Person, für die die Förderung zuerkannt wird, gebunden. Dies erfordert daher, dass der Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung mit dem AMS Kontakt aufnimmt. 

Die Förderhöhe und -dauer betragen bei der Beschäftigungsinitiative 2016
- für Frauen einen Monat 100 % und vier Monate 66,7 % sowie
- für Männer vier Monate 40 %
der Bemessungsgrundlage. Die Bemessungsgrundlage wird aus dem - zur pauschalen Berücksichtigung von Nebenkosten - um 50 % erhöhten laufenden Bruttoentgelt (ausgenommen sind Sonderzahlungen, Mehrarbeitsvergütungen, Aufwandersätze, erfolgsabhängige Entgeltbestandteile oder Sachleistungen) gebildet. 

Bei der Eingliederungsbeihilfe werden Förderhöhe und -dauer im Einzelfall je nach arbeitsmarktpolitischen Erfordernissen zwischen AMS und Arbeitgeber vereinbart.

 

Förderung von Ersatzkräften während Elternteilzeit

Gefördert wird die Begründung eines Arbeitsverhältnisses mit bisher als arbeitslos vorgemerkten Personen, die mindestens einen Monat lang beschäftigungslos waren, als Ersatzkraft für Arbeitnehmer in Elternteilzeit. Das Arbeitsverhältnis der Ersatzkraft muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Elternteilzeit begründet werden. Die Förderung ist an ein Beratungsgespräch zwischen AMS und Arbeitgeber über die Person, für die die Förderung zuerkannt wird, gebunden. Dies erfordert daher, dass der Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung mit dem AMS Kontakt aufnimmt. 

Die Bemessungsgrundlage der Förderung bildet das (zur pauschalen Berücksichtigung von Nebenkosten) um 50 % erhöhte laufende Bruttoentgelt der Ersatzkraft. Die Höhe der Förderung beträgt 33,3 % der Bemessungsgrundlage. Das für die Förderung anzuerkennende laufende Bruttoentgelt ist aber jedenfalls mit der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage limitiert (bei Teilzeitbeschäftigung wird diese Obergrenze entsprechend dem Beschäftigungsausmaß aliquotiert). Fallen für die Ausbildung der Ersatzkraft externe Qualifizierungskosten an, werden diese darüber hinaus zur Hälfte ersetzt. Die maximale Dauer der Förderung beträgt vier Monate.

 

Förderung von Ein-Personen-Unternehmen

Diese Förderung können Ein-Personen-Unternehmen (unter besonderen Voraussetzungen auch Personen- oder Kapitalgesellschaften) erhalten, wenn
- der Arbeitgeber seit mehr als drei Monaten über eine Kranken- und Pensionsversicherung nach dem GSVG verfügt und
- nach fünf Jahren wieder oder erstmalig einen Arbeitnehmer vollversicherungspflichtig und mit einem Beschäftigungsausmaß von mindestens 50 % der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit länger als zwei Monate in diesem Unternehmen beschäftigt.

Gefördert werden kann das vollversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis 
- von arbeitslosen Personen, die seit mindestens zwei Wochen beim AMS vorgemerkt waren und
- von vorgemerkten Arbeitsuchenden unmittelbar nach abgeschlossener Ausbildung. 

Der Antrag auf Förderung muss innerhalb von sechs Wochen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses beim AMS eingebracht werden.

Von der Förderung ausgenommen ist die Begründung eines Arbeitsverhältnisses mit folgenden Personen:
- Ehepartner, eingetragener Partner bzw Lebensgefährte,
- Kind, Elternteil, Bruder bzw Schwester, Enkelkind oder Großelternteil,
- Schwager, Stiefkind, Stiefelternteil, Adoptivkind oder Adoptivelternteil
des Arbeitgebers.

Nicht förderbar sind weiters
-
Arbeitsverhältnisse geschäftsführender Organe,
- Lehrverhältnisse,
- neue Selbständige sowie
- Werk- oder freie Dienstverträge. 

Die Höhe der Förderung beträgt ein Viertel des laufenden Bruttoentgelts. Das für die Förderung anzuerkennende laufende Bruttoentgelt ist aber jedenfalls mit der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage limitiert (bei Teilzeitbeschäftigung wird diese Obergrenze entsprechend dem Beschäftigungsausmaß aliquotiert). Die Laufzeit der Förderung beträgt maximal ein Jahr.

 

Förderung der Lehrausbildung

Diese Förderung können Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen erhalten, die nach dem BAG bzw dem Land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz (LFBAG) berechtigt sind, Lehrlinge bzw Teilnehmer an einer Integrativen Berufsausbildung auszubilden. Die Förderung ist an ein Beratungsgespräch zwischen AMS und Arbeitgeber über die Person, für die die Förderung zuerkannt wird, gebunden. Dies erfordert daher, dass der Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung mit dem AMS Kontakt aufnimmt. 

Gefördert werden kann die Lehrausbildung von
- Mädchen/Frauen in Berufen mit geringem Frauenanteil,
- auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Lehrstellensuchenden,
- Teilnehmern an einer Integrativen Berufsausbildung und
- Erwachsenen (über 18-Jährigen), deren Beschäftigungsproblem aufgrund von Qualifikationsmängeln durch eine Lehrausbildung gelöst werden kann, oder Schulabbrechern.

Die Förderung wird als monatlicher Zuschuss zu den Kosten der Lehrausbildung bzw der Integrativen Berufsausbildung (Lehrlingsentschädigung, Personal- und Sachaufwand) in pauschalierter Form ausbezahlt.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.