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Umsatzsteuer: Schenken, aber richtig!

News vom 8.7.2016

Ihre Kunden erhalten Werbegeschenke oder Gutscheine? Damit die Beglückung Ihrer Kunden zu keiner unerwarteten Umsatzsteuerpflicht führt, informieren wir Sie in diesem Beitrag über die wichtigsten Grundlagen im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Behandlung von sogenannten „Goodies“.

Werbegeschenke

Wenn aus unternehmerischen Gründen wie zB aus Werbezwecken oder Imagepflege, Gegenstände ohne Erhalt einer Gegenleistungen abgeben werden, handelt es sich um unentgeltliche Zuwendungen an Dritte. Diese unterliegen als Eigenverbrauch der Umsatzsteuer, wenn die Gegenstände zu einem vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben. Nicht umsatzsteuerpflichtig sind Geschenke, die zu keiner Bereicherung des Empfängers führen, wie zB Verkaufskataloge oder Probeexemplare von Zeitschriften. Auch Geschenke von geringem Wert unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Dies sind Geschenke mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von nicht mehr als € 40. Geringwertige Werbeträger wie Kugelschreiber oder Feuerzeuge können vernachlässigt werden und sind nicht in die € 40 Grenze miteinzubeziehen. Wird ein Gegenstand nur scheinbar unentgeltlich abgegeben, zB 6 Stück einer Ware werden geliefert aber nur 5 verrechnet, handelt es sich insgesamt um einen entgeltlichen Umsatz. Der schenkende Unternehmer versteuert nur das erhaltene Entgelt. Für die Zugabe fällt keine Umsatzsteuerpflicht an.

GUTSCHEINE

Gutscheine werden vermehrt als Werbemaßnahme eingesetzt, um neue Kunden zu gewinnen oder bestehende Kunden weiterhin an das Unternehmen zu binden. Aus umsatzsteuerlicher Sicht ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich um unentgeltliche oder um entgeltliche Gutscheine handelt.

GRATISGUTSCHEINE

Werden Gratisgutscheine verteilt, die den unentgeltlichen Erwerb einer Ware ermöglichen, liegt umsatzsteuerlich kein relevanter Sachverhalt vor, wenn es sich um eine Ware von geringem Wert handelt (€ 40 – Grenze). Gratisgutscheine im Rahmen einer Werbemaßnahme, die bei einer Einlösung zu einer Preisreduktion führen, können die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer mindern und wirken sich erst bei Geschäftsabschluss aus. Die verminderte Bemessungsgrundlage ist von jenem Unternehmer geltend zu machen, der den Umsatz ausführt und den finanziellen Aufwand für die Vergütung des Gutscheines trägt.

KAUFGUTSCHEINE

Bei der Ausgabe von entgeltlichen Gutscheinen ist zu unterscheiden, ob die Leistung bereits im Vorhinein konkret bestimmt wurde oder nicht. Berechtigt der Gutschein zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen nach freier Wahl, liegt kein steuerbarer Vorgang vor. Der Gutschein gilt als reines Zahlungsmittel und die Umsatzsteuerpflicht entsteht erst zum Zeitpunkt des Einlösens des Gutscheins. Steht bei der Veräußerung des Gutscheins die Leistung bereits fest, zB für den Besuch einer bestimmten Theatervorstellung, so unterliegt schon der Gutscheinverkauf der Umsatzsteuer.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.