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Sommer, Sonne, Ferialjob

News vom 5.7.2016

Beim Volontariat überwiegt der Ausbildungszweck: Kriterien für das Überwiegen des Ausbildungszweckes sind, dass der beschäftigte Volontär Arbeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen, nur in einem zeitlich zu vernachlässigenden Ausmaß ausführt; sich die von ihm verrichteten Tätigkeiten nicht nach den Betriebserfordernissen, sondern nach der Wahl des Auszubildenden richten; der beschäftigte Volontär größere Freiheiten bei der zeitlichen Gestaltung der Anwesenheit im Betrieb hat; eine Pflicht zur Entlohnung fehlt.

Entscheidend ist dabei immer eine Gesamtbetrachtung.

Ferialpraktikanten sind Personen, deren kurzfristiger Aufenthalt im Betrieb lediglich dazu dient, die Einrichtungen des Betriebes kennenzulernen. Auch beim Ferialpraktikum überwiegt daher der Ausbildungszweck, weshalb die für das Volontariat geltenden Kriterien auch für die Beurteilung eines Ferialpraktikums gelten. Im Unterschied zum Volontär fordert aber die Schul- oder Studienordnung deshalb, sich gewisse praktische Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, und schreibt die Tätigkeit des Ferialpraktikanten vor.

Sobald der Ferialpraktikant vom Arbeitgeber ein „Taschengeld“ erhält, unterliegt er der Lohnsteuerpflicht. Dies hat zur Folge, dass abhängig von der Höhe des „Taschengeldes“ eine Vollversicherung oder eine geringfügige Beschäftigung als Dienstnehmer nach dem ASVG entsteht. Das gilt auch dann, wenn auf Grund zu geringer Beträge die „Lohnsteuergrenze“ nicht erreicht wird.

Achtung: Ein Ferialpraktikum kann nicht im Rahmen eines freien Dienstverhältnisses absolviert werden!

Unter Ferialarbeitnehmern sind Personen zu verstehen, die sich während der Ferien etwas dazuverdienen möchten, somit überwiegend Schüler und Studenten, die jedoch die Tätigkeit nicht zu Ausbildungszwecken ausüben.

Ob ein Volontariat/Ferialpraktikum oder ein echtes Ferialarbeitsverhältnis vorliegt, richtet sich danach, ob die konkrete Beschäftigung in erster Linie im Interesse des Auszubildenden ist.

Steht der Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten im Vordergrund, spricht dies für ein Volontariat oder Ferialpraktikum. Überwiegt das Interesse des Betriebsinhabers an der Arbeitsleistung, liegt ein Ferialarbeitsverhältnis vor.

Ersetzt daher ein Ferialpraktikant während der Urlaubszeit einen Arbeitnehmer, ist er an bestimmte Arbeitszeiten gebunden und in den Betrieb eingegliedert, dann ist er nicht als Volontär oder Ferialpraktikant, sondern als echter Arbeitnehmer zu qualifizieren.

Im Zweifel ist von einem Ferialarbeitsverhältnis auszugehen. Für ein Volontariat ist der Betriebsinhaber beweispflichtig. Er muss darlegen, dass sich die von einem Volontär oder Ferialpraktikanten ausgeübte Tätigkeit inhaltlich von der Tätigkeit der anderen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmer entsprechend unterscheidet.

Um im Rahmen einer Gemeinsamen Prüfung lohnabhängiger Abgaben eine Nachzahlung aufgrund einer Umqualifizierung zu vermeiden, kontaktieren Sie unsere Mitarbeiterinnen im Personalmanagement, bevor Sie einen Volontär oder Ferialpraktikanten in Ihrem Betrieb beschäftigen.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.