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Wissenswertes zur Arbeitszeit: Wochenend- und Wochenruhe, Ersatz- und Feiertagsruhe uvm (Teil 6)

News vom 22.11.2016

Im 6. Teil unserer Serie "Wissenswertes zur Arbeitszeit" beschäftigen wir uns mit den Themen Wochenend- und Wochenruhe, Ersatz- und Feiertagsruhe uvm:

Wochenendruhe

Arbeitnehmer haben in jeder Kalenderwoche Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden, in die der Sonntag zu fallen hat. Während dieser Zeit dürfen Arbeitnehmer nur beschäftigt werden, wenn dies aufgrund der im Arbeitsruhegesetz aufgezählten Ausnahmen zulässig ist.

Die Wochenendruhe hat für alle Arbeitnehmer spätestens am Samstag um 13.00 Uhr zu beginnen. Für Arbeitnehmer, die mit unbedingt notwendigen Abschluss-, Reinigungs-, Instandhaltungs- oder Instandsetzungsarbeiten beschäftigt sind, hat die Wochenendruhe spätestens am Samstag um 15.00 Uhr zu beginnen.

Ausnahmen gelten zB für Schichtbetriebe, bei abweichenden gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Regelungen und bei Einarbeiten von „Fenstertagen“.

Wochenruhe

Arbeitnehmer, die erlaubterweise während der Zeit der Wochenendruhe beschäftigt werden, haben statt dem Wochenende während der Woche Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden (Wochenruhe). Die Wochenruhe hat einen ganzen Kalendertag einzuschließen.

Beispiel

Zulässig wäre eine Ruhezeit von Montag 20 Uhr bis Mittwoch 8 Uhr (= 36 Stunden). Unzulässig wäre die Festlegung einer Ruhezeit von Montag 7 Uhr bis Dienstag 19 Uhr, der Zeitraum umfasst zwar 36 Stunden, jedoch keinen vollen Kalendertag.

Ersatzruhe

Arbeitnehmer, die während ihrer wöchentlichen Ruhezeit (Wochenendruhe, Wochenruhe) beschäftigt werden, haben Anspruch auf Ersatzruhe, die auf die Wochenarbeitszeit angerechnet wird.

Diese Ersatzruhe ist im Ausmaß der während der wöchentlichen Ruhezeit geleisteten Arbeit, die innerhalb von 36 Stunden vor dem Arbeitsbeginn in der nächsten Arbeitswoche erbracht wurde, zu gewähren. Sie muss unmittelbar vor dem Beginn der folgenden Wochen(end)ruhezeit liegen, soweit kein anderer Zeitpunkt vereinbart wurde.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer hat Anspruch auf Wochenendruhe. Er arbeitet zusätzlich zur Normalarbeitszeit ausnahmsweise am Samstag von 17 bis 22 Uhr und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Am Montag beginnt er um 9 Uhr zu arbeiten. Rechnet man ab Montag 8 Uhr 36 Stunden zurück, ergibt dies Samstag 21 Uhr. Der Arbeitnehmer hat daher Anspruch auf fünf Stunden Ersatzruhe (für die 4 am Sonntag gearbeiteten Stunden, sowie für die Arbeitszeit am Samstag ab 21 Uhr).

Die Ersatzruhe ist auf die Arbeitszeit jener Woche anzurechnen, in der sie konsumiert wird. Während der Ersatzruhe dürfen Arbeitnehmer nur zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für die Sicherheit des Lebens oder der Gesundheit von Menschen oder bei Notstand beschäftigt werden.

Feiertagsruhe

Arbeitnehmer haben an Feiertagen Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden, die frühestens um 0.00 Uhr und spätestens um 6.00 Uhr des Feiertags beginnen muss. 

Welche Feiertage gibt es?

Als Feiertage gelten:

1. Jänner (Neujahr)
6. Jänner (Heilige Drei Könige)
Ostermontag
1. Mai (Staatsfeiertag)
Christi Himmelfahrt
Pfingstmontag
Fronleichnam
15. August ( Maria Himmelfahrt)
26. Oktober (Nationalfeiertag)
1. November (Allerheiligen)
8. Dezember (Maria Empfängnis)
25. Dezember (Weihnachten)
26. Dezember (Stephanstag) 

Für Angehörige der evangelischen Kirchen AB und HB, der Altkatholischen Kirche und der evangelisch-methodistischen Kirche ist auch der Karfreitag ein Feiertag.

Was gilt für den 24.12. und den 31.12.?

Diese beiden Tage sind „normale“ Werktage und keine Feiertage. Viele Kollektivverträge sehen jedoch für diese Tage einen früheren Dienstschluss vor. So gilt zB für Arbeiter im Metallgewerbe, dass die Normalarbeitszeit jeweils um 12 Uhr endet. Bei Friseuren darf am Heiligen Abend bis 12 Uhr, zu Silvester bis 17 Uhr gearbeitet werden.

Ruhezeit

Feiertage dürfen auf die wöchentliche Ruhezeit nur angerechnet werden, soweit sie in die wöchentliche Ruhezeit fallen.

 

Feiertagsentgelt

Der Arbeitnehmer erhält für die infolge eines Feiertags ausgefallene Arbeit das Entgelt, das ihm gebührt hätte, wenn die Arbeit nicht ausgefallen wäre.

Bei variablen und leistungsbezogenen Prämien oder Entgelten ist das Feiertagsentgelt nach dem Durchschnitt der letzten 13 voll gearbeiteten Wochen zu berechnen. Aufwandsentschädigungen (zB Diäten oder Kilometergelder) bleiben unberücksichtigt.

Fällt ein Feiertag auf einen freien Tag des Arbeitnehmers, gebührt hingegen kein Entgelt für diesen Tag.

Beispiel 1

Eine teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmerin arbeitet regelmäßig von Montag bis Donnerstag. Ist der Donnerstag ein Feiertag und daher arbeitsfrei, wird das Gehalt der Arbeitnehmerin trotz des Arbeitsausfalls nicht gekürzt. Die Arbeitnehmerin wird so entlohnt als ob sie gearbeitet hätte.

Beispiel 2

Eine teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmerin arbeitet regelmäßig von Montag bis Mittwoch. Ist der Donnerstag ein Feiertag, bleibt das Gehalt zwar unverändert, die Arbeitnehmerin muss in der Woche jedoch wie immer 3 Tage arbeiten. Eine zusätzliche Entlohnung für den Feiertag gebührt nicht.

Feiertagsarbeit

Muss ein Arbeitnehmer an einem Feiertag arbeiten, gebührt zusätzlich zum Feiertagsentgelt, das Feiertagsarbeitsentgelt, also die Entlohnung für die gearbeiteten Stunden mit dem Normalstundensatz.

Hinweis

Für die an einem Feiertag geleistete Arbeitszeit kann auch Zeitausgleich vereinbart werden, dieser muss mindestens einen Kalendertag oder 36 Stunden umfassen.

Freizeit zur Erfüllung religiöser Pflichten

Arbeitnehmer, die während der Wochenend- oder Feiertagsruhe beschäftigt werden, haben auf Verlangen Anspruch auf die notwendige Freizeit zur Erfüllung religiöser Pflichten, soweit diese nicht außerhalb der Arbeitszeit erfüllt werden können und die Freistellung von der Arbeit mit den Erfordernissen des Betriebes vereinbar ist.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich unter der Telefonnummer 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at zur Verfügung.