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Corona- Familienhärtefonds

News vom 4.5.2020

Seit 15. April 2020 kann eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich („Corona-Familienhärtefonds“) beantragt werden. Ziel der Zuwendungen ist es, Familien mit Kindern rasch und unbürokratisch eine finanzielle Unterstützung zur Bewältigung von Mehraufwendungen bzw. Einkommensausfällen aufgrund der Pandemiefolgen zu gewähren. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

1. Voraussetzungen für den Corona-Familienhärtefonds

Damit eine Zuwendung gewährt werden kann, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Hauptwohnsitz in Österreich und Bezug von Familienbeihilfe: Die antragstellende Familie muss ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben- Zudem muss zum Stichtag 28.02.2020 für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen werden.
  • Reduktion des Familieneinkommens im Vergleich zum Stand per 28.02.2020
  • Für unselbstständig Erwerbstätige: Aufgrund der Corona-Krise hat mindestens ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil, der am 28.02.2020 beschäftigt war, seinen Arbeitsplatz verloren oder wurde in Corona-Kurzarbeit gemeldet.
  • Für selbstständig Erwerbstätige: Aufgrund der Corona-Krise ist mindestens ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil in eine finanzielle Notsituation geraten und zählt zum förderfähigen Kreis natürlicher Personen aus dem Härtefallfonds der WKÖ.
  • Das aktuelle Einkommen der Familie darf eine bestimmte Grenze gestaffelt nach Haushaltsgröße (Beträge netto) nicht überschreiten: Einelternhaushalt + 1 Kind 1.600 € netto,
    Einelternhaushalt + 2 Kinder 2.000 € netto,
    Einelternhaushalt + mehr Kinder 2.800 € netto,
    Paar + 1 Kind 2.400 € netto,
    Paar + 2 Kinder 2.800 € netto,
    Paar + mehr Kinder 3.600 € netto

Achtung!

Geringfügig Beschäftigte sind nicht arbeitslosenversichert und können nicht in Kurzarbeit gehen. Voraussetzung für eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleichsfonds ist bei unselbstständig Beschäftigten jedoch, dass sie in Folge der Corona-Krise entweder arbeitslos iSd § 12 AlVG sind oder in Corona-Kurzarbeit gemeldet wurden.

Auch Beziehern von Sozialhilfe/Mindestsicherung stehen keine Unterstützungen des Corona-Familienhärteausgleichsfonds zu, da das Erfordernis der Einkommensreduktion fehlt.

2. Und so stellen Sie den Antrag für den Corona-Familienhärtefonds

Der Antrag ist an das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend mit dem dafür vorgesehenen Antragsformular per E-Mail (corona-hilfe@bmafj.gv.at) zu übermitteln.

Der Antrag muss Folgendes enthalten:

  • vollständig ausgefülltes Antragsformular
  • Kopie (Foto) der Bankkarte des Kontos, das als Überweisungskonto im Antrag genannt wird
  • Bei unselbstständig Erwerbstätigen: Einkommensbeleg per 28.02.2020 und entweder ein Beleg der AMS-Leistung (wenn Sie gekündigt wurden; aus dem Beleg sollte sich der Anspruch/Höhe des Arbeitslosengeldes ergeben) oder ein Beleg über die Höhe des Corona-Kurzarbeitsentgelts

Hinweis: Nachdem die Rechtsfragen zur Kurzarbeitsabrechnung noch nicht abschließend geklärt sind und die Höhe des Corona-Kurzarbeitsentgelts noch nicht final feststeht, empfehlen wir die Abrechnung bzw den Lohn-/Gehaltszettel vorzulegen, der auf Basis bzw in Anlehnung an die Handlungsanleitung der WKO erstellt wurde.

Zudem empfehlen wir, dass der Arbeitgeber eine Bestätigung ausstellt, dass der betreffende Arbeitnehmer sich in Kurzarbeit befindet.

  • Bei selbstständig Erwerbstätigen: Einkommensteuerbescheid 2017 und ein Nachweis darüber, dass der Antragsteller zum förderfähigen Kreis natürlicher Personen aus dem Härtefallfonds der WKÖ zählt sowie eine Bestätigung der Höhe der Zuwendung
  • allfällige weitere Einkommensbelege der Familie

3. Fristen und Antragsbearbeitung

Für die Antragstellung sind keine Fristen zu beachten. Sobald finanzielle Schwierigkeiten im direkten Zusammenhang mit der Corona-Krise auftreten, kann ein Antrag gestellt werden.

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend ist bemüht, die Anträge so rasch wie möglich zu bearbeiten. Um die Antragsbearbeitung nicht unnötig zu verzögern, ist es erforderlich und ratsam, den Antrag vollständig auszufüllen und alle benötigten Unterlagen in gut lesbarer Form zu übermitteln.

Hinweis: Die Beilagen sollten laut Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend in gut lesbarer Qualität im jpg-Hochformat oder als pdf angeschlossen werden.

Wenn Ihnen kein Drucker zur Verfügung steht, können Sie das Antragsformular auch direkt ausfüllen (via PDF), abspeichern und unter Anschluss einer Ausweiskopie (Foto von Reisepass, Personalausweis, oder Führerschein) mit den übrigen Unterlagen in einer E-Mail senden.

4. Dauer, Art der Zuwendung und Rückzahlung

Zur Ermittlung der Höhe wird als Basis ein Familienfaktor errechnet, der aus der Zusammensetzung der im gemeinsamen Haushalt lebenden Familie gebildet wird. Dieser Familien­faktor wird mit 300 multipliziert und ergibt die monatliche Zuwendung.

Achtung!

Die monatliche Zuwendung für die jeweilige Familie ist mit 1.200 € pro Monat gedeckelt.

Die Zuwendung wird für die Dauer der Einkommensminderung infolge der Corona-Krise, höchstens jedoch für drei Monate gewährt.

Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt ausschließlich durch eine einmalige Überweisung auf die vom Antragsteller bekannt gegebene Kontoverbindung im Inland und muss nicht zurückgezahlt werden. Damit erhält man als Familie in Österreich aus dem Familienhärteausgleichsfonds eine Unterstützung in Form von nicht rückzahlbaren Geldern als Unterstützung. Auch ein Verwendungsnachweis kann aufgrund der Art der Zuwendung unterbleiben.

5. Häufige Fragen

Müssen, wenn beide Elternteile betroffen sind, zwei gesonderte Anträge gestellt werden bzw muss jeder Elternteil einen individuellen Antrag stellen?

Nein, pro Familie kann nur ein gemeinsamer Antrag gestellt werden, der jedoch für beide Elternteile die Belege zum Einkommensverlust beinhaltet.

Gibt es hinsichtlich der Kontoverbindung bestimmte Anforderungen?

Nein, die Kontoverbindung muss lediglich auf den/die Antragsteller(in) lauten und bei einem inländischen Kreditinstitut eröffnet sein.

Was ist mit Elternteilen in Karenz?

Ist ein Elternteil karenziert (wegen Mutterschaft, Bildung, etc), ist nur dann eine Unterstützung möglich, wenn der andere im gemeinsamen Haushalt lebende Elternteil eine Einkommensreduktion aufgrund der Corona-Krise erlitten hat.

Einkommensberechnung: Welches Einkommen wird herangezogen?

Nur die Einkommen der Elternteile im gemeinsamen Haushalt werden berücksichtigt. Zum Einkommen der Eltern zählen solche aus Erwerbstätigkeit sowie Transferzahlungen aufgrund früherer Erwerbstätigkeit (z.B. Arbeitslosengeld, Alterspension).

Kann eine Familie dennoch eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärtefonds erhalten, wenn ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil bereits vor dem 28.02.2020 arbeitslos wurde?

Nein. Zum Stichtag 28.02.2020 musste zumindest ein Elternteil beschäftigt sein, um eine Unterstützung zu erhalten. Entsprechend der Zielsetzung ist der Corona-Familienhärteausgleich ausschließlich als Unterstützung zur Bewältigung der finanziellen Schwierigkeiten, die in direktem Zusammenhang mit der Corona-Krise entstanden sind, gedacht. Erlitt hingegen der andere im gemeinsamen Haushalt lebende Elternteil eine Einkommensreduktion aufgrund der Corona-Krise, ist eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich jedenfalls möglich.

Getrennt lebende Elternteile: Die Mutter lebt mit den Kindern getrennt vom Vater (anderer Elternteil). Der Vater erlitt durch die Corona-Krise eine Einkommensreduktion. Was ist zu beachten?

Nur jener Elternteil, der im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind lebt, für das Familienbeihilfe bezogen wird und der aufgrund der Corona-Krise eine Einkommensreduktion erlitten hat, kann eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich erhalten – in diesem Fall kann der Vater also keinen Antrag stellen, da er nicht mit den Kindern im gemeinsamen Haushalt lebt.

Ist es möglich, dass der Antrag an den Familienhärteausgleich weitergeleitet wird, wenn die Voraussetzungen für den Corona-Familienhärteausgleich nicht erfüllt werden?

Nein, eine Weiterleitung kommt nicht in Frage. Wenn die Voraussetzungen (insbesondere der Bezug von Familienbeihilfe) nicht erfüllt sind, erfolgt eine diesbezügliche Mitteilung. Aufgrund der unterschiedlichen Antragserfordernisse ist eine Weiterleitung an den Familienhärteausgleich nicht möglich.

Antworten auf die häufig gestellten Fragen zum Corona-Familienhärteausgleich finden Sie zudem hier (PDF).

Hier gelangen Sie zum Antragsformular (PDF).

Weitere Links:
Informationsblatt
Richtlinien

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