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Kostenbeitrag für die Privatnutzung eines Firmen-Pkw

News vom 30.9.2019

Wir informieren Sie zu einem noch unveröffentlichten Urteil des Bundesfinanzgerichts, wie allfällig laufend vom Dienstnehmer an den Dienstgeber geleistete Kostenbeiträge für die Privatnutzung des Firmen-Pkw zu berücksichtigen sind. 

Rechtsansicht der Finanzverwaltung  

Ansicht der Finanzverwaltung ist, dass laufende Kostenbeiträge vom „nicht gedeckelten Sachbezugswertabzuziehen sind. Für die Berechnung des Sachbezugswertes bedeutet diese Sichtweise Folgendes:

  1. Tatsächliche Anschaffungskosten x 1,5 % oder 2 % (je nach Höhe des CO2-Ausstoßes)
  2. Der in Punkt 1.errechnete Betrag wird um den monatlichen Kostenbeitrag vermindert.
  3. Das Ergebnis von Punkt 2. wird mit dem maximalen Sachbezugswert (€ 960,00 bzw € 720,00) verglichen. Ist der Betrag nach dem 2. Punkt höher als der maximale Sachbezugswert, wird der maximale Sachbezugswert angesetzt; ansonsten der Betrag nach dem 2. Punkt.

Rechtsansicht des Bundesfinanzgerichts (kurz auch BFG genannt)

Das Bundesfinanzgericht hingegen vertritt in einer noch unveröffentlichten Entscheidung eine andere Ansicht, wie die laufenden Kostenbeiträge bei der Berechnung des Sachbezugswertes zu berücksichtigen sind:

  1. Der Vergleich mit dem maximalen Sachbezugswert ist bereits als 2. Berechnungsschritt ? nachdem der entsprechende Prozentsatz (1,5% oder 2%) auf die Anschaffungskosten angewandt wurde ? vorzunehmen.
  2. Ergebnis des 2. Schrittes kann daher nur höchstens der maximale Sachbezugswert (€ 960,00 bzw € 720,00) oder ein allfällig niedrigerer Betrag nach dem 1. Schritt sein.
  3. Von diesem Ergebnis – dh höchstens vom maximalen Sachbezugswert ist dann der Kostenbeitrag abzuziehen.

Folgendes Beispiel (lt Rz 186 der Lohnsteuerrichtlinien 2002) zeigt deutlich die unterschiedlichen Rechtsansichten:

Ausgangssachverhalt:

KFZ (Anschaffungsjahr 2015) CO2-Emissionswert von 125 g/km – Sachbezug daher 1,5% der Anschaffungskosten
Anschaffungskosten: € 50.000,00
Kostenbeitrag laufend pro Monat: € 300,00

Rechtsansicht der FinanzverwaltungRechtsansicht des BFG
Sachbezug 1,5 % von € 50.000 = € 750,00 abzgl Kostenbeitrag laufend € 300,00 = Sachbezug: € 450,00Sachbezug 1,5 % von € 50.000,00 = € 750,00Maximaler Sachbezugswert: € 720,00 abzüglich Kostenbeitrag laufend iHv € 300,00 = Sachbezug: € 420,00

Praxishinweise

Nach dieser noch unveröffentlichten Entscheidung stellen sich in der Praxis vordergründig folgende zwei Fragen:

1. Ist es zielführend, in der Personalabrechnung eine Neuberechnung der Sachbezüge bei „teuren“ Firmen-Pkws durchzuführen, bei denen sich nach der bisherigen Sachbezugsberechnung zu niedrig oder gar nicht ausgewirkt haben?

Zu Frage 1: Empfehlenswert ist, noch einige Zeit abzuwarten, insbesondere, ob die Finanz gegen dieses Urteil eine Amtsbeschwerde einbringt und das Verfahren zum VwGH hochtreibt. Die betroffenen Mitarbeiter sollten jedoch informiert werden, um allenfalls eine Berichtigung im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung zu beantragen.

2. Ist es möglich für vergangene Jahre die Sachbezugsbewertung zu berichtigen?

Zu Frage 2: Eine Berichtigung ist für jene Jahre, für die noch keine Arbeitnehmerveranlagung eingereicht wurde oder die eingereichte Arbeitnehmerveranlagung noch nicht rechtskräftig erledigt ist, möglich und kann vom Dienstnehmer beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden.

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